Burgund

Gibt es ein komplexeres Weinbaugebiet als Burgund? Nicht nur unterscheiden sich die Weine aus dem Chablis, der Côte de Auxerre, der Côte de Nuits und der Côte de Beaune, der Côte Chalonnaise und dem Mâconnais grundlegend, auch innerhalb der vielen Ortslagen, ja innerhalb der Lagen selbst gibt es viele Parzellen und viele unterschiedliche Bodentypen, die wiederum auf ganz unterschiedliche Weise bewirtschaftet werden, sodass die herausgearbeiteten Qualitäten weit voneinander entfernt sein können. <weiterlesen>

Mehr als 10.000 Winzer bewirtschaften im Burgund eine Fläche von rund 40.000 Hektar. Schon daran kann man erkennen, dass es wenig Großbetriebe gibt. Wenn man diese wenigen dann abzieht, so ergibt sich eine Größe von rund zwei Hektar pro Winzer. Die Region rund um Dijon und Beaune ist ein Land der kleinen Grundstücksbesitzer, deren Besitz durch das Prinzip der napoleonischen Erbteilung im Laufe der Zeit zerstückelt wurde. Zum Burgund zählen neben der berühmten Côte d’Or, die sich aus der Côte de Nuits und der Côte de Beaune zusammensetzt, das Beaujolais, Chablis und Auxerre, Coteaux du Lyonnais, die Côte Chalonnaise, Irancy, das Mâconnais mit Pouilly-Fuissé, Saint-Véran und Viré-Clessé sowie der kleine Bereich Saint-Bris. Das Beaujolais gehört eher verwaltungstechnisch zum Burgund, unterscheidet sich jedoch grundsätzlich vom Burgund, sowohl was die Böden (Granit) als auch was die Hauptrebsorte Gamay betrifft.

Die Côte d’Or, der goldene Hang, ist das Kernstück des Burgund. Auf Böden von Mergel, Kalkstein und Lehm entstehen einige der größten Rot- und Weißweine der Welt. Die Côte de Nuits rund um den Ort Nuits Saint-George umfasst Grand-Cru-Gemeinden mit Lagen, sogenannten Climats, wie Chambolle-Musigny, Gevrey-Champertin, Vosné-Romanée oder Clos Vougeot. Die meisten Spitzenweine werden rund um Beaune in der Côte du Beaune erzeugt. Dort findet man die Premier und Grand Crus von Aloxe-Corton, Meursault, Chassage-Montrachet und Puligny-Montrachet. Weitere Spitzen-Chardonnays findet man in den Grand-Cru-Lagen von Chablis, das weiter nördlich und noch kühler liegt.

Neben den Hauptsorten Chardonnay und Pinot Noir, die wahrscheinlich im Mittelalter durch Philipp den Guten als Standard vorgegeben wurden, findet man Gamay und vor allem Aligoté als zweite weiße Rebsorte. Darüber hinaus trifft man in den Weingärten häufig auf Spielarten des Pinot wie Frühburgunder (Pinot Madeleine) oder Weißburgunder (Pinot blanc) und Grauburgunder (Pinot gris).

Auch wenn schon Griechen, Römer und Kelten Weinbau im Burgund betrieben haben, so waren es doch die fränkischen Kaiser ab Karl dem Großen, die den Weinbau gefördert haben, und die Klöster, die ihn verbessert haben. Vor allem die Klöster der Zisterzienser rund um das erste Kloster in Citeaux (gegründet 1089) dürfen als Begründer des Qualitätsweinbaus in Europa gelten. Sie haben ihre Weinbauregeln in ganz Europa verbreitet. Der Landbesitz der Klöster nahm im Laufe der Zeit vor allem durch Erbschaften und Schenkungen immer mehr zu. Unter Napoleon wurde der kirchliche Besitz dann während der Säkularisation eingezogen.

Das burgundische System der Qualitätspyramide ist heute Vorbild für viele Weinregionen. Es basiert auf dem Guts-, Orts- und Lagenprinzip. Die Grundlage bildet der Bourgogne blanc oder Bourgogne rouge, dessen Chardonnay- oder Pinot-Frucht aus allen Teilen des Burgund stammen darf. Darüber angesiedelt ist der Ortswein, der Bourgogne Village. Dann folgen Premier Cru und Grand Cru mit genauen Lagenbezeichnungen. Daneben gibt es den Passetoutgrain, eine Cuvée aus Pinot und Gamay, sowie die Bezeichnung Bourgogne Aligoté für die zweite weiße Rebsorte des Burgund, der auch Grundlage für den Kir ist, ein Getränk aus Aligoté und Cassis de Dijon.

Während das Burgund lange Zeit intensiv bewirtschaftet, auf Massenertrag getrimmt und intensiv mit Pestiziden, Dünger und Insektiziden malträtiert wurde, setzte am Ende der 1990er Jahr ein Umdenken zugunsten einer besseren Qualität sowie einer nachhaltigen und ökologischen Denkweise ein. Seitdem sind viele, auch die Spitzenweingüter, ins Lager der biologisch und vor allem biodynamisch erzeugenden Domainen gewechselt. Damit hat sich das Niveau der Weine deutlich verbessert. In der Spitze gehören Burgunder zu den größten Weinen der Welt. Allerdings bedarf es der Fachleute, die sich im Gebiet auskennen und die richtigen Erzeuger und Weine finden. Das trauen wir uns zu; denn wir haben im Handel mit dem Burgund über 35 Jahre Erfahrung.

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