Loire

Rund 1.000 Kilometer schlängelt sich die Loire von ihrer Quelle unweit von Lyon entlang des Massif Central durch einen großen, von Schlössern gesäumten Garten bis zur Mündung in den Atlantik. An den Ufern haben sich einige der bedeutendsten Anbaugebiete Frankreichs etabliert, deren Weine teils schon im 11. Jahrhundert nach England und in die Niederlande exportiert wurden. Neben Melon de Bourgogne, ungleich bekannter unter dem Namen Muscadet de Sèvre et Maine, finden sich am Fluss vor allem Chenin blanc und Sauvignon blanc, jedoch auch die roten Sorten Cabernet Franc, Côt und Gamay in solch klingenden Appellationen wie Vouvray, Savennières, Saumur, Sancerre, Pouilly-Fumé oder Chinon. <weiterlesen>

Von den rund 1.000 Flusskilometern sind es etwa 400 Kilometer, an denen Weinbau stattfindet. Am südlichsten gelegen sind die Côtes Roannaises sowie die Côtes du Forez, in denen auf zusammen 400 Hektar fast ausschließlich Gamay angebaut wird. Die Nähe zum Beaujolais ist weder geografisch noch im Bezug auf die Rebsorten und Granitböden zu leugnen. Rund 200 Flusskilometer entfernt findet man die ersten bedeutenden Anbaugebiete, und zwar Sancerre, Pouilly-Fumé sowie Menetou-Salon, Quincy, Reuilly, etwas weiter flussabwärts die Coteaux du Giennois, die vor allem durch den Anbau von Sauvignon blanc auf Silex-Böden berühmt geworden sind. Der Sauvignon wird oft frisch im Edelstahl ausgebaut, als Lagen-Wein jedoch ebenso im Holzfass. In Sancerre, Menetou-Salon und an den Coteaux du Giennois haben auch Rotweine und Rosés vom Pinot noir einen sehr guten Ruf.

Mit Orléans beginnt das lang gestreckte Anbaugebiet, das bis zum Atlantik reicht. Rund um Orléans ist die Sortenvielfalt ausgesprochen umfangreich und ungewöhnlich. Neben Pinot noir, der dort gerne als Auvernat bezeichnet wird, findet man Pinot Meunier, also die Müllerrebe, sowie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, Chardonnay – auch als Auvernat blanc bezeichnet – und kleine Mengen Pinot gris. Die Weine sind leicht und fruchtig, und sie werden früh getrunken. Verlässt man das Gebiet und passiert man die mittelalterliche Stadt Blois, dann trifft man nicht nur auf eine große Anzahl von Weingütern, sondern auch auf eine erstaunliche Zahl von Burgen und Schlössern. Bis Anjou passiert man hunderte oft berühmte Bauwerke wie die Schlösser in Amboise, Azay-le-Rideau, Chambord, Chenenceau oder, kurz hinter Blois, Cheverny. In Cheverny findet man Gamay, Côt (Malbec) und Cabernet, Chardonnay und zum ersten Mal auch Chenin blanc. Die Gemeinde Cour-Cheverny ist berühmt für die lokale weiße Sorte Romorantin.

Zwischen Amboise und Tours liegt die Touraine mit 5.500 Hektar Weinbergen. Das Gebiet ist vor allem bekannt für spritzige Sauvignon blancs, Schaumweine (Fines Bulles) und leichte Rotweine aus Gamay, Côt, Cabernet und Pineau d’Aunis, einer würzigen Rotweinsorte, die man ausschließlich an der Loire findet. In Azay-le-Rideau in der Touraine findet man zu 60 % Rosé aus Grolleau, einer autochthonen Rebsorte, sowie Weißwein aus Chenin blanc. Das gilt auch für Vouvray und die gegenüber liegende Gemeinde Montlouis-sur-Loire. Die Chenins aus Vouvray werden zu ca. 50 % als Schaumweine, Pétillants, erzeugt, dazu kommen trockene und halbtrockene Weine sowie Süßweine. Die Chenins vom Tuffstein genießen Weltruf und können lange lagern.

Zwischen Tours und Saumur liegen die Rotwein-Appellationen Chinon, Bourgeuil, Saint-Nicolas-de-Bourgeuil, Saumur und Saumur-Champigny. Was der Chenin blanc für Vouvray bedeutet, ist in den dortigen Appellationen der Cabernet Franc, dessen Qualität und Ruf ausgezeichnet ist. Neben dem Cabernet Franc findet man in Saumur ebenfalls hervorragende Chenin blancs sowie eine beachtliche Schaumwein-Produktion. Der Crémant de Loire ist nach dem Champagner der bekannteste Schaumwein Frankreichs. Während im Anjou rund um die Gebietshauptstadt Angers vor allem Rosé erzeugt wird, geht es flussabwärts wieder weiß bzw. goldgelb zu. Denn in Coteaux-du-Layon und Quarts-de-Chaume entstehen große Süßweine aus Chenin blanc. Das benachbarte Savennières verfügt über die ältesten Böden Frankreichs, mit dem Coulée de Serrant auch über eine der ältesten und berühmtesten Weinbergslagen und damit über weitere trockene Weltklasse-Chenins. Folgt man der Loire weiter, so wird das Klima immer atlantischer und die Böden ändern sich noch einmal deutlich. Man erreicht die Pays Nantais mit rund 12.000 Hektar Muscadet-Rebfläche. Die ursprünglich in der Bourgogne beheimatete Rebsorte Melon de Bourgogne hat dort ihre neue Heimat gefunden. Sie erbringt vor allem als Muscadet de Sèvre et Maine sur Lie spritzige Weine, die hervorragend zur Meeresküche am Atlantik passen. Andererseits kann gut gemachter Muscadet über ein Jahrzehnt hinweg lagern und gewinnt dann Tiefe und Klasse.

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