Elsass

Das Weinbaugebiet zwischen den Vogesen und dem Rhein lag über Jahrhunderte im Spannungsfeld von Frankreich und Deutschland und wurde von beiden Kulturen beeinflusst. Für französische Verhältnisse ist der Weinstil ungewöhnlich. Die Elsässer sind mit einem besonders milden Klima und einer Vielzahl unterschiedlicher Böden gesegnet, auf denen neben einem kleinen Anteil Pinot noir vor allem weiße Sorten wie Riesling, Pinot blanc und gris, Muscat, Sylvaner und Gewürztraminer wachsen. <weiterlesen>

Der Weinbau im Elsass hat wohl schon zu keltischer Zeit begonnen, wurde von den Römern weiter verbreitet, hatte seine erste Blüte jedoch wie im Burgund oder im Rheingau erst im Mittelalter nach der Gründung vieler Klöster. Im 16. Jahrhundert lag die Weinbergsfläche bei 30.000 Hektar und war doppelt so groß wie heute. Der erste Bruch kam mit dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert, der zweite mit der Reblauskatastrophe gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Die heutigen 15.000 Hektar ziehen sich als zwei Kilometer breiter Streifen am Fuße der Vogesen den Rhein entlang von Mulhouse an der Grenze zu Deutschland und der Schweiz bis nach Straßburg. Dabei durchquert man zwei unterschiedliche Départements. Haut-Rhin bzw. Ober-Rhein, in dem sich mehr Cru-Lagen befinden als in Bas-Rhin bzw. Unter-Rhein, gilt als das bessere. Das Zentrum dieses Gebiets bilden die Orte Colmar und Riquewihr. Dort und in weiteren 51 Lagen des Elsass findet man Alsace Grand Cru, die höchste Stufe in der Qualitätspyramide. Darunter gibt es Alsace AC mit einem Anteil von 75 % und die für die Region wichtige AC Crémant d’Alsace für flaschenvergorene Schaumweine, die rund 20 % des Angebots ausmachen. In kleinen Mengen gibt es neben dem Pinot noir auch den Klevener de Heiligenstein, eine auf wenige Orte begrenzte Appellation für eine besondere Art des Traminers. Neben trockenen Weinen findet man vor allem restsüße Weine, die sich laut Etikett leider oft nicht von den trockenen unterscheiden lassen. Das hat den Weinen ein Image-Problem eingebracht; denn die meisten Konsumenten wollen wissen, welchen Süßegrad sie einkaufen. Einfacher ist es, wenn die Flaschen die Bezeichnung Vendange tardive tragen; denn dann handelt es sich immer um eine restsüße Spätlese. Bei der Sélection de Grains Nobles handelt es sich um Weine mit Botrytis im Auslese- bis Trockenbeerenauslese-Bereich. Seltener sind die Strohweine (Vin de Paille) und Eisweine (Vin de Glace).

Das Elsass ist ein konservatives Anbaugebiet mit langer Tradition, das schon im Mittelalter auf hochreife Beeren setzte. Bis heute sind die Weine davon geprägt. Sie zeigen Würze, Opulenz sowie Kraft und können hervorragend altern. Seit den 1990er Jahren gehört das Elsass zu den Vorreitern des ökologischen und vor allem biodynamischen Anbaus. Wir können nur immer wieder dafür plädieren, die auch als Essensbegleiter sehr gut geeigneten Weine neu zu entdecken.

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