Probekiste Oktober 2018

Der Wein

Der Oktober ist ein Monat des Wandels. Er stand einst an achter Stelle des Kalenders, der zu der Zeit noch mit dem März begann. Erst später rutschte er vom achten auf den zehnten Rang. Auf der Popularitäts-Skala liegt er im Mittelfeld, hat außer dem Tag der Deutschen Einheit keine Feiertage. Am letzten Sonntag des Oktobers stellt man seit über 20 Jahren die Zeit eine Stunde zurück, was ihm Extrapunkte auf der nach oben offenen Unpopularitäts-Skala sichert. Geändert hat sich auch das Klima, und nicht nur Hobby-Apokalyptiker müssen mittlerweile zugeben, dass wettertechnisch etwas faul im Staate Dänemark zu sein scheint. Das wurde uns spätestens im Sommer klar, als sich die Blätter bereits wie im Indian Summer (Oktober) verfärbten und die Grünflächen sich in Steppen verwandelten. Dank der Temperatur-Erhöhung und Verschiebung wurde der klassische Ernte-Monat seiner Bestimmung enthoben, denn sehr viele Winzer waren bereits im September mit der Lese fertig. Das erlaubt zumindest zeitnah eine reelle Aussage über den seit einem gefühlten halben Jahr herbei geschriebenen Jahrhundert-Jahrgang: nur was geerntet, gepresst und vergoren ist, kann letztlich über die eingeholten Qualitäten Auskunft geben und letztendlich alle voreiligen Mutmaßungen bestätigen oder eben zum Teufel jagen. Bis also die ersten Prognosen über den 2018 Jahrgang in den Sozialen Medien und im Feuilleton erscheinen, jährt sich das Halloween Fest mit diesjährig dank Wassermangel zu klein geraten Kürbissen und krossen Truthähnen. Dazu entkorken wir gerne ein paar Weine aus dem Vorjahr, die sich jetzt in ihrer ersten Genussphase zeigen. Auch die Roten aus unser Oktoberkiste trinken sich derzeit formidabel. Und da die Sonne immer früher untergeht darf man sich auch früher ein Gläschen einschenken. Bis am letzten Sonntag das Licht eine Stunde früher ausgeknipst wird, vielleicht zum letzten Mal. Er bleibt also im Wandel, der Oktober.

2017 Ayler Riesling Faß 25 trocken, Peter Lauer, Saar

Der Ayler Riesling trocken Faß 25 ist eine Benchmark für trockenen Saar Riesling aus dem Hause Lauer. Gewachsen an besten Steillagen in und um Ayl, ist er der perfekte Wein für den Herbst - eine vom Weinhandel noch nicht mit Stupiditäten versaubeutelte Jahreszeit. Weder für die Terrasse noch für den Kamin verlängert er sehr wohl den Sommer durch seine profunde, klare und strahlende Art. Doch auch als Begleitung zu den herbstlichen Genüssen ist er die perfekte Waffe der Wahl: Er passt hervorragend zu Kürbis, Rote Bete, Steckrüben, Pastinaken und Petersilienwurzeln, trinkt sich aber auch als Solist bei deren Zubereitung bereits äußerst freudvoll.

2017 Sancerre blanc Les Grands Champs, Domaine Fouassier, Loire/Frankreich

Seit Jahren einer unser Klassiker - zu Recht. In 10. Generation von der Familie Fouassier betrieben ist dieser Sancerre ein kleines Juwel. Gewachsen auf kalkhaltigen Böden wird er spontan auf den eigenen Hefen vergoren, was im Sancerre alles andere als üblich ist. Das transportiert nicht nur die wild-würzige Frucht der Sauvignon blanc, sondern auch auch die Herkunft des Weines wie es klarer und gradliniger kaum geht. Geschliffen mit der typischen, feinwürzigen Sauvignon Aromatik nach Cassis und Holunderblüten fliesst er in stetem Fluss und hochfrequentem Schluckintervallen.

2017 Reserve delle Contessa, Manincor, Südtirol/Italien

Michael Graf Goëss-Enzenberg betreibt seine Latifundien aus Überzeugung und Leidenschaft. Das Gut existiert seit über 400 Jahren und umfasst 463 Hektar, von denen allerdings nur ein kleiner Teil unter Reben steht. Die Ganzheitliche Bewirtschaftung nach biodynamischen Richtlinien schliesst Obstbau, Feld- und Forstwirtschaft ebenso mit ein. Der gesamte Betrieb ist Demeter zertifiziert und zählt zur Spitze des Südtiroler Weinbaus. Die Reserve della Contessa ist eine beschwingte Cuvée aus Weissburgunder, Sauvignon blanc und Chardonnay und besticht durch ihre feinfruchtige Art, die genossen aus großen Gläsern so tut, als sei sie eine Principessa. Sehr zu unserer Freude.

2016 Liaison, Pinot Noir, Enderele & Moll, Baden

Die Liaison von zwei verschiedenen Terroirs vereint Trauben vom Kalk und vom Muschelkalk in dieser Cuvée. Sven Enderle und Florian Moll räumen Jahr um Jahr mit dem Klischee vom dunklen, Maischeerhitzten badischen Spätburgunder auf. Die Trauben aus teils uralten Stöcken werden in Bündeln mit Rappen in offenen Bütten vergoren und nach dem Abpressen im Burgunderfass vergoren. Das ergibt Weine mit gutem Rückgrat, die in der Jugend oft wildwürzig erscheinen und einige Zeit brauchen, um in all ihrer Schönheit zu glänzen. Die 2016 Liaison öffnet derzeit zum ersten mal ihr Trinkfenster. Die erste Ente aus dem Ofen dankt es ihr ebenso wie das Perlhuhn, ein paar Wachteln, Rote Beten  oder deftige Pilzgerichte.

2015 La Fresnaye, Anjou Rouge, Domaine Badouin, Loire/Frankreich

Seit vielen Jahren haben wir die Weine von Patrick Badouin bereits beobachtet, bis wir ihn für die Zusammenarbeit mit uns bewegen konnten. Der La Fesnaye rouge stammt aus einer Gegend, die früher vor allem für seine Rosé d’Anjou bekannt war. Dort wachsen der Cabernet franc auf schwarzem Anjour-Schiefer für den Le Fresnaye an gut 20 Jahre alten Rebstöcken. Die Trauben werden nach der Lese entrappt und in großen Holzbütten auf den eigenen Hefen vergoren, bevor er nach 4 Wochen Maischestandzeit in gebrauchten Fässern reift. Ein fruchtbetonter Cabernet Franc mit Herkunftscharakter mit knackiger Säure und würzigen Akzenten mit einem Trinkzug, dass es nur so rauscht. Schmeckt toll zu Lamm, Kurzgebratenem und Geflügel mit Pilzen.

2015 Rosso Romagna, Sangiovese, Chiara Condello, Romagna/Italien

Die Weine von der bezaubernden Chiara Condello sind der letzte Neuzugang in unserem Portfolio: Ihre Sangiovese, gewachsen in der Romagna, haben uns mehr als überzeugt. Nördlich des Apennin, das die Toskana von der Romagna trennt, gibt es noch eine Vielzahl alter Sangiovese Klone, an denen die Entwicklungen der toskanischen Sangiovese spurlos vorbeigezogen sind. Obwohl die Romagna als Heimat der Sangiovese gilt, wird diese überwiegend mit der Toskana assoziiert. In der Romagna fiel sie in den letzten Jahrzehnten ein wenig in den Dornröschenschlaf. So hat dort eine alte Genetik überlebt, die auf den porösen Kalkböden Weine von besonderer Delikatesse ergeben. Dort, in der Sub-Appellation Predappio, baut Chiara Condello ihre filigranen Weine mit weit gespanntem Säurebogen und tiefer, animierender Frucht aus. Unterlegt von erdigen Noten und etwas Schokolade ist der Rosso Romagna nicht nur ein perfekter Einstieg in die Welt der Weine Condellos,  sondern auch in den Oktober: Steak, Vögel aus dem Ofen oder Steinpilzgerichte dienen gern als Vorwand, schnell die zweite Flasche zu öffnen.

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Abbildung und Jahrgang sind beispielhaft
97,00 €

pro Kiste à 4,5 l
21,56 € / Liter
zzgl. Versandkosten

Artikelnummer

60418-10

Verfügbarkeit

kleine Restmenge verfügbar

Inhalt

4,5 l

Jahrgang

verschiede Jahrgänge siehe Beschreibung

Typ/Geschmack

trocken, jung, frisch & unkompliziert

passt zu

zum Apéro
zum Kurzgebratenem
fürs Geschmorte
pochierter Fisch mit Soße
für die leichte Sommerküche
zur orientalischen Küche
zum Lamm
Grillfest

Allergene

Enthält Sulfite. Kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten.