Probekiste September 2018

Der Wein

 September Kiste

Der Sommer neigt sich mit riesigen Schritten seinem Ende zu und der Herbst steht vor der Tür. Während die Presse seit Wochen vom Jahrhundertjahrgang deliriert, obwohl die meisten Trauben noch nichtmal gelesen sind, bleibt uns derweil nichts, als darüber den Kopf zu schütteln und uns dem zu widmen, was wir sicher in unseren Kelchen wissen: Dem Jahrgang 2017. Der zeigte sich nach jüngster Präsentation seiner Spitzenweine als durchaus heterogen bis arg durchwachsen. Frost, Hagelschlag und Niederschlag zur falschen Zeit waren Widrigkeiten, die manchem Winzer die Ernte gehörig reduziert haben. Die wenigen Trauben, die diese Unbilden jedoch überstanden haben, waren unversehrt und liessen durchaus die Möglichkeit, guten Wein zu produzieren. Man musste eben nur entspannt bleiben. Entbehrte man dieser Ruhe und las seine wenigen Trauben aus Angst vor weiteren Schicksalsschlägen zu früh, konnte das in einem garstigen, grünen Wein resultieren.

Wir freuen uns in solchen Jahren natürlich über die Zusammenarbeit mit unseren Winzern, die nicht in der Kategorie guter oder schlechter Jahrgängen denken, sondern es verstehen, jede Herausforderung mit Bedacht und Ruhe zu meistern, um jedes Jahr einen exzellenten Wein auf die Flasche zu bringen. Die ihr Handwerk verstehen, ihren Wingert kennen und ihn und seine Bedürfnisse lesen können. Für sie gibt es Jahrgänge, die mehr oder weniger arbeitsintensiv sind, doch stets sind sie ein Teil dessen, was letztlich die Qualität in der Flasche bestimmt.

Schenken wir uns also getrost noch mal nach und beobachten den Ausgang der medialen Spekulationen um den diesjährigen vermeintlichen Jahrhundertjahrgang. Die letzten Trauben werden auch dieses Jahr wahrscheinlich bis in den November hängen, wenn der Herbst sein Regiment an den Winter übergibt. Bis dahin erfreuen wir uns an den spätsommerlichen Garben, kochen Freilandtomaten ein, füllen unsere Becher und trinken auf das, was kommen mag.

 

2016 Riesling Haus Klosterberg, Markus Molitor, Mosel

Der Haus-Riesling des gleichnamigen Haus Klosterbergs, dem Stammhaus Markus Molitors in Bernkastel. Wie die Pizza Margherita ein italienisches Restaurant kalibriert, so verhält es sich auch mit dem dem Gutswein: Er attestiert mit seiner Qualität den Standard des Hauses. Wer beim Gutswein schlampt, dem ist auch in der Top-Kategorie nicht zu trauen, denn teuer kann jeder. Wer im Einstieg jedoch mit Bedacht und Sorgfalt arbeitet, legt das Fundament für weiteren Genuss und schürt den Wunsch nach mehr. Das, was jeder Wein schaffen sollte, ob günstig oder kostspielig. Was Markus Molitor Jahr für Jahr mit dem Haus Klosterberg Riesling auf die Flasche bringt sucht seines Gleichen - nicht allein an der Mosel.

 

2017 Liebedich Grüner Veltliner, Veyer-Malberg, Wachau

Der Name ist gewiss einer der liebenswertesten auf österreichischen Etiketten. Schließlich kann man nicht nett zu anderen sein, wenn man sich selbst nicht leiden mag. Dieser Grüne Veltliner von Peter Veyder-Malberg ist eine Liebesbekundung der besonderen Art: Er vereint Lesegut aus den drei Lagen Buschenberg, Bruck Schön und Hochrain. Staubtrocken durchgegoren ist er ein Abbild der neuen Wachau und füllt mit schlanken 11,5% unsere Kelche. Vorbei sind die Zeiten der boliden Brecher, die Wachau kann durchaus auch fein, elegant und zart. Und wie es sich für einen guten Wein gehört schmeckt er als Solitär ebenso gut wie zu Tisch zu leichten Fischgerichten oder spätsommerlichen Freilandgemüsen aus dem Ofen.

 

2016 Pinot Noir Basis, Enderle & Moll, Baden

Die Weine von Sven Enderle und Florian Moll freuen sich stets über ein paar Monate Flaschenruhe, bevor man ungeduldig den Korken raus reißt aus den wenigen, viel zu schnell verteilten Flaschen des Weinguts. Dieser Pinot firmiert als Einstiegsdroge und bietet ein erstes Bild des Kosmos von Enderle und Moll. Biologische Arbeit im Weinberg, offene Vergärung in Bütten, teils mit Stiel und Stängeln, ungefiltert und ungeschönt abgefüllt. Ein Pinot der zeigt, wozu Baden in der Lage sein kann, wenn man auf Mosterhitzung, übertriebene Malolaktik und etwas Cabernet für die Farbe verzichtet: Ein feiner, zarter Pinot mit griffigem Gerbstoff, seidig transparenter Frucht und einem Trinkzug, der an Magnums denken lässt, damit man nicht so oft zum Altglas Container muss. Ein wunderbarer Wein zu vollreifen Freilandgemüsen, gegrilltem Hähnchen oder Fisch vom Grill.

 

2017 Chablis AOC, Domaine des Hâtes, Burgund

Chablis gehört zu den großen Ikonen der Weinwelt. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir die Domaine des Hâtes des jungen Winzertalents Pierrick Laroche in unserem Programm haben. Vergoren im Stahltank bildet dieser Chablis seine Herkunft pur und unverfälscht ab. Mit Noten nach grünem Apfel und Zitrus zeigt er, was Herkunft fernab der Rebsorte, die benutzt wird diese auszudrücken, bedeutet. Karge Mineralik, straffer Trinkfluss und eine Struktur und Präsenz am Gaumen, die glasklar und unmissverständlich Chablis sagt. Der ideale Wein zu Fisch, Meeresfrüchten und Sushi oder Sashimi.

 

2017 Beaujolais Pure OH!rigine, Bertrand, Burgund

Der Beaujoalis OH!riginie der Familie Betrand darf seit diesem Jahr das französische Biosiegel tragen. Den Weinberg mit den uralten Reben haben Bertrands vor nur vier Jahren gekauft. Sie haben direkt auf biologische Bewirtschaftung umgestellt, um das beste aus Böden und Trauben zu holen. Yann Bertrand zeichnet sich verantwortlich für die Weine, die er in Maceration Carbonique und ohne Mostschwefelung oder weitere Additive im Keller vergärt. Ausgebaut im gebrauchten Holz haben sie eine dichte Stoffigkeit, die enorm viel Wein für wenig Taler ins Glas bringt. Mit gutem Druck am Gaumen und saftig klarer Frucht vereint er alle Attribute eines guten Beaujolias, wie er einst gedacht und gemacht war: Als freudvoller Trunk für jede Gelegenheit, zur täglichen Kost oder im Kreise lieber Freunde.

 

2016 Reserve del Conte, Lagrein-Merlot-Cabernet Sauvignon, Südtirol

Oberhalb des Kalterer Sees liegt das biodynamisch bewirtschaftete Weingut Manincor von Graf Michael Goëss-Enzenberg. Dessen Besitz von gut 460 Hektar umfasst neben Weinbau auch Obstbau, Wälder und Wiesen. Die autochthone, dunkelfarbige und gerbstoffreiche Lagrein wird in dieser Cuvée mit Cabernet und Merlot vermählt, zwei Rebsorten, die man nicht unbedingt mit Südtirol verbindet, die dort aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts beheimatet sind. Sie zügeln den rustikalen Lagrein und verleihen ihm feine Würze, Transparenz und Eleganz. Ein Wein, der nicht nur jung getrunken große Freude bereitet, sondern auch einige Jahre Flaschenreife verträgt. Ein großer Schluck zu mediterranen Gerichten mit viel Kräutern und Olivenöl, gegrilltem Lamm oder Geschmortem. Urbane Hipster trinken ihn zur Pizza oder zum Pulled Pork Sandwich.

(Text Sebastian Bordthäuser)

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Abbildung und Jahrgang sind beispielhaft
88,89 €

pro Kiste à 4,5 l
19,75 € / Liter
Innerhalb Deutschland versandfrei

Artikelnummer

60418-09

Verfügbarkeit

kleine Restmenge verfügbar

Inhalt

4,5 l

Jahrgang

verschiede Jahrgänge siehe Beschreibung

Typ/Geschmack

trocken, jung, frisch & unkompliziert

passt zu

zum Apéro
zum Kurzgebratenem
fürs Geschmorte
pochierter Fisch mit Soße
für die leichte Sommerküche
zur orientalischen Küche
zum Lamm
Grillfest

Allergene

Enthält Sulfite. Kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten.